RECHTLICHE MYTHEN UND FAKTEN IN SACHEN UMZUG

Wer eine neue Wohnung gefunden hat, ist zunächst einmal eines: Überglücklich. Im nächsten Schritt stellen sich vielen Mietern jedoch zahlreiche Fragen. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

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Typische Streitfrage: Muss die Wohnung vor dem Auszug renoviert werden? 

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  1. Der Vermieter muss den Mieter früher aus dem Mietvertrag entlassen, wenn ihm drei Nachmieter zur Auswahl gestellt werden. Stimmt das?

 

Die Miete der neue Wohnung ist schon im kommenden Monat fällig. Die dreimonatige Kündigungsfrist der alten Wohnung dagegen verlangt auch noch drei Mieten. Eine solche Situation können viele Mieter finanziell nicht stemmen. Die einfachste Lösung: Ein Nachmieter, der die Wohnung früher übernimmt. Doch müssen Vermieter diese vermeintliche Win-Win-Situation akzeptieren? Laut Deutschem Mieterbund ist die Lage leider schwierig. So ist das Stellen eines Nachmieters grundsätzlich nur dann möglich, wenn der Mietvertrag eine entsprechende Nachmieterklausel enthält. Ansonsten sind Vermieter nur im Ausnahmefall dazu verpflichtet, sich auf einen Nachmieter einzulassen. Dazu zählt, wenn der Mieter aus beruflichen Gründen den Wohnort wechselt oder aber ein Umzug in eine Senioren- oder Pflegeeinrichtung notwendig ist. Eine schönere neue Wohnung dagegen ist kein rechtlich zwingender Grund.

 

 

  1. Der Vermieter übernimmt nach dem Auszug die Renovierung. Es ist ja seine Wohnung. Richtig oder fasch?

 

Kaum ein anderes Thema sorgt zwischen Vermieter und Mieter für so viel Streit wie die Frage, in welchem Zustand eine Wohnung übergeben werden muss. Entgegen der weitläufigen Einschätzung gilt nämlich, dass generell nicht etwa der Mieter, sondern der Vermieter in Form seiner Instandhaltungspflichten für Renovierungsarbeiten zuständig ist. Die im Mietvertrag in der Regel als „Schönheitsreparaturen“ bezeichneten Arbeiten sind daher nur in einem sehr engen Rahmen tatsächlich durch den Mieter vorzunehmen – und auch nur dann, wenn die entsprechenden Klauseln auch wirklich gültig sind. Wenn Mietverträge etwa starr vorschreiben, wann und wie oft Schönheitsreparaturen vorzunehmen sind, ist die gesamte Vereinbarung ungültig. Es ist also durchaus ratsam, den eigenen Vertrag im Vorfeld des Auszugs juristisch prüfen zu lassen. 

 

  1. Ein Vermieter muss unverzüglich nach dem Übergabeprotokoll die einbehaltene Kaution zurückzahlen. Gilt das wirklich?

 

So einfach ist es leider nicht. Zwar gibt es keine eindeutige Regelung, die eine Frist vorschreibt, Gerichte haben in der Vergangenheit aber geurteilt, dass der Vermieter sechs Monate Zeit hat, um etwaige Ansprüche zu prüfen. Ein häufig vorgebrachter Grund sind die Betriebskosten. So liegen die Abrechnungen dafür meist erst Mitte des Jahres vor. Daraus können Nachzahlungen für den Mieter entstehen. Wenn dieser Ende des Vorjahres ausgezogen ist, wartet er unter Umständen länger als sechs Monate auf seine Kaution. Korrekt verhalten sich Vermieter in diesem Fall, die sofort nach Auszug einen Teilbetrag der Kaution auszahlen, sofern keine Beanstandungen vorliegen und den Rest bis zur Verrechnung der Betriebskostenabrechnung einbehalten.  

 

 

  1. Einbauten werten die Wohnung auf. Muss der Mieter sie trotzdem entfernen?

 

Ob Duschabtrennung oder Hochbett – viele Menschen nehmen im Laufe ihrer Mietzeit Einbauten vor, die in der neuen Wohnung nicht mehr gebraucht werden. Die Rechtsprechung ist hier eindeutig: Vor dem Auszug müssen diese komplett entfernt werden, wenn der Vermieter dies verlangt. Das gilt auch trotz dessen vorheriger Genehmigung. Allerdings kann ein faires Gespräch im Vorfeld der Übergabe manche Komplikation ersparen. Fragen kostet nichts. Vielleicht dürfen die Einbauten drin bleiben: Viele Vermieter willigen gerne ein, wenn der Nachmieter die Einbauten übernimmt.

 

 

  1. Alte Möbel oder elektronische Geräte, die nicht mehr benötigt werden, einfach in den Hof stellen! Geht das?

 

Eine neue Wohnung ist für viele ein Neuanfang, und damit eine gute Gelegenheit, sich von abgenutzten Möbeln oder der alten Waschmaschine zu trennen. Wer einen größeren (Liefer-)Wagen hat, steuert am besten direkt einen Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung (BSR) an. Bis zu drei Kubikmeter Sperrmüll können an den stadtweit 15 Stellen kostenlos abgegeben werden. Für 100 Euro kommt die BSR auch nach Hause und holt bis zu 5 Kubikmeter Sperrmüll ab. Mehr dazu unter: www.bsr.de/sperrmuell