„LUXUSIMMOBILIEN FANGEN BEI 10.000 EURO PRO QUADRATMETER AN.“

Wie viele kostet eine Luxusimmobilie in Berlin? Wer kauft sie, und worauf legt diese Klientel besonderen Wert? Ein Gespräch mit dem Experten Johann Helms.

luxusimmobilien_johannhelms.jpg

Johann Helms, Geschäftsführer Engel & Völkers ENGEL & VÖLKERS/Ho

 

Berliner Morgenpost: Versteht man unter Luxusimmobilien nur Villen, oder können auch Wohnungen Luxus sein?

Johann Helms: Beides. In Metropolen wie Berlin gibt es in zentraler Lage kaum Einfamilienhäuser. Aber etliche Mehrfamilienhäuser, die aufgrund ihrer Qualität so attraktiv sind, dass sie zum Luxussegment gezählt werden. Wie immer spielt die Lage auch in dieser Preisklasse eine Hauptrolle. Wenn Lage und Qualität stimmen, können sowohl wunderschöne Altbauten als auch Neubauten mit außergewöhnlicher Architektur zu den Luxusimmobilien zählen.

 

Was zeichnet die Immobilien aus?

In Berlin ist das Baujahr entscheidend. Käufer wollen entweder einen prächtigen Altbau mit reichlich Stuck, Erkern und einem gepflegten Gemeinschaftseigentum – und nehmen in Kauf, dass der Stellplatz für’s Auto fehlt. Oder sie wollen einen Neubau, bei dem die Details stimmen: Die Decken sollten um die 3,10 Meter hoch sein. Stellplätze sind unabdingbar – möglichst mit Ladestelle für Elektroautos, und groß genug für Luxuslimousinen und SUVs. Des Weiteren: bodentiefe Fenster, geräumige und am liebsten mehrere Terrassen und Balkone, Holzboden in den Wohnräumen, Naturstein in den Bädern.

 

Und der Concierge ist Pflicht?

Nicht unbedingt, aber das Thema Sicherheit spielt bei Luxusimmobilien eine große Rolle: sichere Wohnungstüren sind ein Muss. Der Eingangsbereich sollte, sofern kein Concierge-Service vorhanden ist, über Videoüberwachung und Gegensprechanlage verfügen.

 

Wer kauft solche Immobilien?

 Überwiegend Deutsche, die gar nicht zwingend in Berlin leben, sondern sich einen Zweitwohnsitz zulegen. Chinesen und Russen kommen nur vereinzelt als Käufer für Luxusimmobilien vor. Unsere Erfahrung ist, dass insbesondere die Russen ihre teuren Immobilien seit langer Zeit besitzen. Das Gros der Käufer kommt aus Deutschland und dem europäischen Ausland.

 

Mit welchen Preisen pro Quadratmeter muss man dabei rechnen?

Luxusimmobilien fangen bei 10.000 Euro pro Quadratmeter an. Nach oben hin sind die Grenzen offen. Ein in Deutschland lebender Kunde hat kürzlich ein Penthouse mit über 400 Quadratmetern Wohnfläche gekauft, für fast 20.000 Euro pro Quadratmeter – der teuerste Wohnungskauf des vergangenen Jahres in Berlin. Aktuell entstehen einige Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 7000 bis 10.000 Euro.

 

Welche Rolle spielen Luxusimmobilien in Berlin?

Bisher keine große – Tendenz steigend. 2016 entfielen bei einem Gesamtvolumen an verkauften Eigentumswohnungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro nur 125 Millionen Euro aufs Luxussegment. Oder anders herum: Von etwa 20.000 verkauften Eigentumswohnungen lagen gerade mal 0,02 Prozent im Luxusbereich. Laut dem Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (Inwis) in Bochum lag nur ein Prozent des Wohnungsangebotes über 6000 Euro pro Quadratmeter.

 

Johann Helms ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Maklernetzwerk Engel & Völkers und leitet dort den Vertrieb für Wohnimmobilien im Berliner Westen.



Anzeige

anzeige luxusimmobilien_projectimmobilien.png

PROJECT Immobilien Wohnen AG